Lehrkonzept EMP

Masterstudiengang – Elementaren Musik- und Tanzpädagogik

Fachgebiet: Bewegungstechnik und Bewegungsgestaltung

Entwickelt wird: Die eigene Körperphantasie, die eigene Körperwahrnehmung, ein eigenes Körperverständnis. Das ermöglicht einen freien kreativen Umgang mit Bewegung und fördert den Mut, immer wieder Neues auszuprobieren und sich selbst und andere dabei zu inspirieren. Machen, es wird etwas passieren!

Die Studierenden lernen „physisch “ ; sie vertrauen dem eigenen Körper. Sie beschäftigen sich mit Bewegungsqualitäten, die nicht an eine „Bedeutung“ gebunden sind : Keine „Bewegungsimitation“ sondern die Intensität der eigenen Empfindung steht im Mittelpunkt ( „wie fühle ich einen runden Arm“). Der Suche nach sinnlicher Beschreibung dieser Qualitäten sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Grundbegriffe des zeitgenössischen Tanzes werden vermittelt, um die Körperphantasie anzuregen, die eigenen Möglichkeiten zu erweitern und mit den Mitteln spielen zu können. Dabei entsteht auch der wichtige Trainingseffekt für den eigenen Körper (Dehnung, Muskelaufbau, Koordination) und verbessert dessen Präsenz.

Die Studierenden lernen sich gegenseitig zu beobachten und das Gesehene mit fachlicher Kompetenz in entsprechenden Termini zu beschreiben. Dabei sind sie aufgefordert, trächtige Momente zu erkennen und ohne Bedenken weiterzuentwickeln. Der schnelle spielerische Umgang mit dem Material steht im Vordergrund: Erfindungen zulassen!

Die Studierenden bewegen sich in Gruppen und erfahren dabei den gemeinsamen Flow, die Wahrnehmung der Partner im Raum, Formen der Verständigung, Aufnehmen von Impulsen. Kleine kompositorische Übungen werden praktiziert und dann auch von den Studierenden selbst angeleitet: Kanon, Variation, Verschiebung, Ergänzung, Weiterführung, Reduzierung, Motivarbeit/ Pattern, Raum, Richtung, Dauer.

In der Partnerarbeit geht es um den körperlichen Kontakt über den Energiefluss; Körpervertrauen wird entwickelt, die unterschiedliche Körperanatomie wird wahrnehmbar. Darüber findet die Gruppe eine Intimität in der Arbeit, die einen gewissen Schutzraum bietet.

Das gemeinsame Improvisieren zu einem vorgegebenen Bewegungsthema fokussiert: die Bewegungslust- und Phantasie, die Energie, das Erkennen des fruchtbaren Momentes und das Vertrauen in diese Idee, die Gesamtkomposition in Raum und Zeit.

Bereits von der ersten Übung an werden die Studierenden animiert, die Bewegungen mit der Stimme bzw. dem Atem zu begleiten. Der Zeitablauf einer Bewegung oder Bewegungsabfolge entspricht zuerst dem eigenen Bewegungsfluss. Es wird Zeit darauf verwendet, sich diesen Prozess zu vergegenwärtigen. Dann werden die Phrasen rhythmisiert, mit Klanggesten unterstützt, durch Reime oder Text-Teile neu strukturiert, Stimm- Impulse gesendet. Dabei geht es um die enge wechselseitige Beziehung, die sinnvolle Verbindung, die gegenseitige Unterstützung und Ergänzung.

 

Keine „Bewegungsimitation“ sondern die Intensität der eigenen Empfindung steht im Mittelpunkt.

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