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Carmina Austriaca

Februar 2019

Der Musikhistoriker und Autor Michael Korth und der Sänger, Komponist und künstlerische Leiter der Wiener Sängerknaben, Gerald Wirth, haben ein einzigartiges Bühnenwerk geschaffen, das auf mittelhochdeutschen Texten und den Originalmelodien der mittelalterlichen Dichtersänger aus Österreich vom 12. bis zum 15. Jahrhundert basiert.

Das choreografische Konzept steht im Kontext zur Entstehungszeit der mittelalterlichen Liedtexte und zieht daraus Figuren, Konstellationen, Situationen und Tanzformen. Irina Pauls hat dafür neue Tänze geschaffen, denn die Kompositionen der Carmina Austriaca drängen zu Tanz und Bewegung! So wird in den Szenen besonders die Verbindung von Tanz und Musik erlebbar.
Klang und Rhythmus werfen die Tänzer in verschiedene Gefühlssphären, Überschwang höchster Lebensfreude zeigt sich in dynamischen raumgreifenden Bewegungen. Traditionelle Volkstänze werden spielerisch bearbeitet und in ein heutiges Gewand gekleidet, so dass „Der Wald jetzt erschallt mit Gewalt, vielgestalt…“ (Nummer 9). Die Klänge des reichhaltigen Schlaginstrumentariums finden im Rhythmus der Tanzenden Resonanz und erzeugen ein mitreißendes Pulsieren.

Zeig mal!

November 2018

Wir reiben uns den Bauch. Wir heben die Hand und drehen sie leicht hin und her. Wir zeigen mit den Fingern auf etwas. — Schon kurz nach der Geburt führen Babys ihre ersten Gesten aus, zwar noch ganz unbewusst, aber ihr Körper „spricht“. Schon ab sieben Monaten entwickeln die Allerkleinsten einen ersten Sinn für Gebärden, sie deuten, kopieren und verständigen sich damit. Sie winken, sie zeigen. So ist auch ohne das gesprochene Wort ein Miteinander-Sprechen möglich.

Die Leipziger Choreografin Irina Pauls kehrt ans tjg. zurück. Zum ersten Mal widmet sie sich in einer ihrer Arbeiten dem Tanztheater für die Allerkleinsten. Mit klar lesbaren Gesten, rhythmischen Schritten, flinken Sprüngen und auch kleiner Wortakrobatik bringt sie drei SchauspielerInnen in Bewegung. ZuschauerInnen ab zwei Jahren erleben so spielerisch, wie Kommunikation entsteht, wie man sich verstehen oder missverstehen kann, wie man Wünsche und Gefühle ausdrückt, auch ohne Worte: Zeig doch mal!

It's Schiller

Mai 2018

Muslime, Christen und Juden sind im Laufe der Geschichte brutal gegeneinander vorgegangen. Gleichzeitig haben sie anderswo friedlich zusammengelebt. Mitte des 16. Jahrhunderts expandierten die Osmanen nach Europa. Um militärisch dagegenhalten zu können, etablierte sich auf der Insel Malta der Orden vom Hospital des Heiligen Johannes zu Jerusalem unter der Bezeichnung Malteserorden. 1565 kam es zur »Großen Belagerung« der Insel Malta durch die Osmanische Flotte, die durch die christlichen Malteserritter geschlagen wurde.

Friedrich Schiller (1759–1805) befasste sich fast 20 Jahre lang bis zu seinem Tod mit der Grenzsituation der Ritter zwischen spiritueller Gemeinschaft, totaler Unterwerfung und Aufopferung für ein höheres Glaubensziel. Dennoch blieb die geplante Tragödie unvollendet.

Irina Pauls geht es um die Essenz der geistigen Welt von Friedrich Schiller. Dafür vereint sie fünf Tänzer mit dem Vokalensemble amarcord, das 1992 in Leipzig gegründet wurde und weltweit gastiert.

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