displaced

Residenz Einzelkünstlerin Flausen+2023

displaced

Gefördert vom Fonds Darstellende Künste/NEUSTART KULTUR #TakeHeart Marz-April 2023

Das Arbeitsvorhaben befasst sich mit Menschen, die ihren Lebensraum verlassen mussten. Grund dafür ist die extreme Landumwälzung für die Rohstoffgewinnung. Konkret am Beispiel des Braunkohle-Abbaus in Sachen/Sachen Anhalt untersucht die Recherche den Zusammenhang zwischen topografischer Veränderung des Lebensraums und der Biografie dieser Menschen mit den Folgen auf ihre Körperlichkeit.

Berührung. Dokumentarisches Bildmaterial. Körperliche Realitäten.

Berührung. Dokumentarisches Bildmaterial. Körperliche Realitäten.

Residenz Einzelkünstler*innen: flausen+ beim Fonds Darstellende Künste e. V.
01.02.2022–31.03.2022

Die Recherche widmet sich dem Thema Berührung im zeitgeschichtlichen Kontext. Anhand von dokumentarischem Bildmaterial als Momentaufnahmen interessiert die Art, wie Menschen einander überverschiedene Kulturen und Epochen hinweg berührten. Betrachtungsweisen ändern sich. Ausgewählte Fotoswerden durch ihre Anordnung in verschiedenen Konstellationen zu „Choreografien von Berührungsdokumenten“.

Begleitende Spielstätte bzw. Residenzort
LOFFT - DAS THEATER Leipzig

Werkreihe ARBEIT

Werkreihe ARBEIT

#TakeCare Recherche Residenz Jan/Feb 2021

Werkreihe ARBEIT
thematisiert die Auswirkungen physischer Anforderungen auf den menschlichen Körper bei der Arbeit. Wie beeinflussen sich radikal wandelnde Arbeitsprozesse unsere Körper und unsere Beziehungen zueinander?

Recherche Residenz Jan/Feb 2021
In meiner Recherche wollte ich untersuchen, auf welche Weise  Datenaustausch zwischen zeitgenössischen Tänzer*innen und der Maschine funktionieren kann.

Ich gehe der Frage nach, wie die Interaktion zwischen Mensch und Maschine im zeitgenössischen Tanz produktiv gemacht werden kann.

In Zusammenarbeit mit dem bildenden Künstler Matthias Zielfeld entstandenen Versuchsanordnungen zu den Themen Beschleunigung, Reorganisation des Körpers, Verarbeitung von Feedback, Delay. Zur praktischen Anwendung kamen Sensoren, die Beschleunigung und Impuls im Oszillograph abbilden;  Delay und Standbild aus live- und computerverarbeiteten Videobildern; Gesichts-und Körpertracking in Verbindung mit Sounds, das Programmieren an einem Kippschalter-Brett mit visueller Bildübertragung.

In einer ersten Arbeitsphase habe ich das technische Gerät in seiner Funktion komplett auf mich wirken lassen. Ich habe versucht, funktionale Ordnungsprinzipien zu erkennen und diese auf bewegungsanalytische Aspekte zu übertragen. Wie verarbeite ich als Choreografin die Information? Welche Information erkenne ich überhaupt - wie nehme ich diese auf – wie übersetze ich diese – welche Bedingungen braucht es, um mir Bewegung vorstellbar zu machen- wie übertrage ich diese wiederum auf meinen Körper?

In der zweiten Arbeitsphase habe ich im Studio Tänzerinnen in den Arbeitsprozess eingeweiht. Verarbeitungsprozesse wurden ausprobiert, diskutiert, verworfen, das Feedback der Maschine analysiert und sich dem Abgleich gestellt.

Der Umgang mit dem Forschungsfeld veränderte sich: Es ging nicht mehr darum, den Unterschied zwischen Mensch und Maschine nachzustellen. Aufbauend auf dem Wissen, dass Mensch und Maschine andere Reaktionszeiten erreichen, die Maschine grundsätzlich nur einen Ausschnitt der menschlichen Bewegungsmöglichkeiten abbilden kann und der Mensch in ständiger Neuorganisation seines Körpers individuelle Übergänge erfindet war der Ansatz nun, mit diesen Möglichkeiten zu spielen, die Grenzen abzutasten und auf mögliche Durchdringung hin zu untersuchen.

Des Weiteren beschäftigte die Frage, auf welche Weise Publikum Einblick in diese Überlegungen nehmen kann. Wie sehen künstlerische Übersetzungen aus?

Ein Protokoll dokumentiert die verschiedenen Versuchsanordnungen und die angewandten veränderten Parameter in Bezug auf die Fragestellungen. Arbeitsbeschreibungen und Gedankenfetzen vervollständigen die Verschriftlichung des Prozesses. Es gibt eine Liste mit Begriffen und Erläuterungstexten, welche die Diskussionen aller Beteiligten abbildet. Arbeitsphasen sind durch Videos dokumentiert.

Die Ergebnisse dieser Recherche finden Eingang in das Tanzstück „CORPORA“ (AT), welches in Koproduktion mit TANZPAKT Dresden - HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste und Villa Wigman für September 2021 geplant ist.

www.lofft.de

Videomaterial 
https://vimeo.com/520040336/0dbe61aa24                      https://vimeo.com/519986047

Förderhinweis
Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien 

Human Machine Interaction

Im Rahmen von: TANZPAKT Dresden

Human Machine Interaction

Recherche-Residenz mit den Partnern Deutsche Werkstätten Hellerau und TU Dresden/Technisches Design, Mai und Oktober 2020

Mein Thema:
Human Machine Interaction
Wie viel Mensch braucht die Maschine?

Meine These: Durch weitere Automatisierung verschwindet Individualität, Kulturtechniken gehen verloren. Verfeinerung verschwindet zugunsten von Standardisierung. Zeitdauer verliert an Wert. Der Gestaltungsraum des menschlichen Körpers schrumpft.

Mich interessieren sich radikal wandelnde Arbeitsprozesse in unserer Gesellschaft und deren Auswirkungen auf den menschlichen Körper. Entstanden sind künstlerische Arbeiten in unterschiedlichen Formaten  und die Werkgruppe: „Labora“ + „shift change Schichtwechsel“ 2019/2020.

Während meiner Residenz  in den Deutschen Werkstätten Hellerau richten sich meine Beobachtungen auf die hochspezialisierten einzelnen handwerklichen Arbeitsgänge und den daraus folgenden Konsequenzen für die Abformungen am menschlichen Körper. Wie viel eigene körperliche Erfahrung fließt ein? Wie viel Übung und Wiederholung erfordert das? Welche körperliche Praxis steht unmittelbar hinter den manufakturellen  Arbeitsprozessen und jedem einzelnen Produkt?

Die weitere Recherche-Zeit bringt mich zur TU Dresden in das Forschungsgebiet Human-Machine-Interaction (Fachgebiet Technisches Design). Dessen Vision steuert bereits zukünftige Technologien an, die heute noch nicht vorstellbar sind. Welche Bezüglichkeit gibt es in diesem System noch zum eigenen Körper?

Förderprogramm Dis-Tanz-Solo

Förderprogramm Dis-Tanz-Solo

2021 April bis Oktober

im Rahmen von Neustart Kultur von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Hilfsprogramm des Dachverband Tanz Deutschland

Reflexion meiner künstlerischen Arbeit und Entwicklung im Kontext der Ver­einigung Deutschlands – Spurensuche und Auswertung von Dokumenten

Die Entwicklung meines künstlerischen Schaffens steht in engem Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Veränderungen während der Zeit der sogen. Wiederver­einigung Deutschlands: Ausgebildet in der DDR kamen meine ersten eigenen Werke am Landestheater Altenburg zur Aufführung, es folgte die Gründung des Tanztheater am Schauspiel Leipzig 1990 und dessen Schließung  1998. Meine Inszenierungen aus dieser Zeit haben je nach geografischer Lage des Aufführungsortes polarisiert (z.B. Tanzplattform Berlin 1994). Aus heutiger Per­spektive sehe ich, wie extrem die Vorstellungen über die Ästhetik des Tanz­theaters in Ost-und Westdeutschland damals aufeinanderprallten.

Arbeitsweise

Angenähert habe ich mich zum Einen über die Persönliche Erzählung in der Chronologie, aus der sich die besondere Ästhetik  meiner Tanztheater-Arbeit ableitet.

Zum anderen über die Annäherung an die einzelnen Stücke: Stückentwicklung, Probenphasen, Arbeitsweisen, Themen. Aus dem Abstand heraus entwickelte Irina Pauls eine objektivierende Haltung auf das Material. 

Es entstanden Interviews mit ehemaligen Tänzer:innen des Tanztheaters von Irina Pauls, deren Biografien von den Gesellschaftsordnungen des geteilten Deutschlands geprägt sind: unterschiedliche Ausbildungen, zu verschiedenen Zeitpunkten waren sie Teil des Ensembles.

Als wichtiger Arbeitspartner stand das Tanzarchiv Leipzig zur Seite mit einem wissenschaftlichen Interesse an der Aufarbeitung des Materials.

Weiterführung

In der geplanten Publikation, für die es eine besondere choreografische Buchform zu entwickeln gilt, wird meine künstlerische Arbeit prozesshaft sichtbar gemacht. Auf welche Weise hat sich die spezielle Ästhetik entwickelt zu dem, was sie heute ist?

 

Förderhinweis
Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien im Programm NEUSTART KULTUR, Hilfsprogramm DIS-TANZEN des Dachverband Tanz Deutschland.

Foto credits:
Heinrich Pawlik, 1986
Landestheater Altenburg
Probe zu „Der Selbstmörderclub“