Carmina Burana / Catulli Carmina

Carmina Burana / Catulli Carmina

Spielstätte: Florianstadel im Kloster Andechs

Die "Carmina Burana" muss man wohl niemandem mehr erklären oder beschreiben. Mit ihrer prallen Mischung aus Fatalismus, Spott, Liebe, Lebensfreude und Irrwitz machten sie Carl Orff zu einem der meistgespielten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Orff hat jedoch den "Carmina Burana" zwei weitere Werke zugeordnet: Das szenische Tanzspiel "Catulli carmina" und "Trionfi" als Abschluss des Zyklus. Für die "Catulli carmina" hat Irina Pauls eine neue choreografische Arbeit entwickelt, die innerhalb der Carl Orff Festspiele in Andechs 2014 ihre Premiere erlebt.

Klang und Rhythmus in Carl Orffs Komposition katapultieren uns in verschiedene Gefühlssphären, ekstatischer Überschwang höchster Lebensfreude bis hin zu melancholischen Selbstzweifeln: Die "Catulli Carmina" drängt zu Tanz und Bewegung!

Die Handlung dieser szenischen Parabel wird von Tänzern dargestellt. Chor, Sänger und Orchester interpretieren den Text, eine Auswahl an Liebesliedern des römischen Dichters Catullus, zusammengestellt von Carl Orff. In der Rahmenhandlung stehen sich Mädchen und junge Männer in höchster Liebesleidenschaft gegenüber. Direkt, frei von Tabus beharren sie auf die Erfahrung der Liebe als körperliche Empfindung. In unserer Neu- Inszenierung geht es um Körper, die von dem was sie einfordern, durchdrungen und ergriffen sind. Das Zusammenspiel von Tanz und Musik muss dafür dicht sein, ein ineinander schmelzen. Die Klänge des reichhaltigen Schlaginstrumentariums erzeugen bei den Tanzenden innere Vibration und lösen die Bewegung aus. Dafür lassen die Musiker den Rhythmus im körperlichen Kontakt zu den Tänzerinnen entstehen. Gemeinsame Schwingungen auf engstem Raum versetzen sie dabei in höchste Aufmerksamkeit füreinander. Dieses Pulsieren erzeugt die Energie, die auf uns Zuschauer die Erregtheit überträgt und die bedingungslose Liebesraserei fühlbar macht.

Jetzt setzt die eigentliche Handlung ein, "Theater auf dem Theater", denn eine Gruppe von Greisen versucht anhand der folgenden Geschichte die Jungen vor der körperlichen Liebe zu warnen: Catull wirbt um die angebetete Lesbia, sie betrügt ihn mit seinem Freund, Catull versucht sie bei Buhlerinnen vergeblich zu vergessen. Lesbia will zu Catull zurückkehren, aber er ist an dieser unerfüllten Liebe innerlich zerbrochen. In Carl Orffs Komposition hört man die Empfindsamkeit in den Versen des Catull in einer starken Intensität. Die tiefen Gefühle des biografischen "Ich" des Dichters finden in der Bewegungsqualität der tänzerischen Darstellung eine Entsprechung und Verdichtung. Wir sehen einen Tänzer, dessen Kosmos auf sich selbst gerichtet ist. Die Choreografie bewegt sich am abgegrenzten Ort. Der Tänzer tritt mit seinem Körper in Verbindung. Er sucht nach immer neuen Wegen für Bewegung und dringt auf diese Weise weiter zu den Möglichkeiten seines Körpers vor. Kontakt in eine "Außenwelt" gibt ihm die Korrespondenz zur Musik, die ihn dann wieder auf sich selbst zurückwirft. Bei den Versuchen des Versenkens in sich selbst vereinsamt er und endet in der Erschöpfung.

Dieses Wechselspiel von intensivem Ausloten der eigenen Körperlichkeit des Tänzers einerseits und dem dynamischen kraftvollen Zusammenwirken von Körper, Klang und Rhythmus der Tänzerinnen andererseits öffnet das weite Spektrum menschlicher Emotionen. Es macht das tragische Leiden und das leidenschaftliches Liebesbekenntnis durch den Tanz erlebbar. So findet es sich in der kompositorischen Anlage der "Catulli Carmina" von Carl Orff , die ihre Akzente ebenso aus gegensätzlichen Polen in der musikalischen Gestaltungsweise bezieht. Hinzu tritt die Kraft der Ostinato-Wirkung in Orffs Komposition, die auch für die choreografische Arbeit formgebend wirkt. Sehen Sie den Rhythmus den sie hören?
Irina Pauls

Besetzung

Musikalische Leitung: Christian von Gehren
Lichtkonzeption: Marcus Everding
Choreographie: Irina Pauls Orchester der Andechser ORFF®-Akademie des Münchner Rundfunkorchesters Andechser Festspielchor Fridolinspatzen des Gesangvereins Maisach
e. V. Jugendchor "Sound of Voices"
Es tanzen: Arthur Schopa und Studierende des Carl Orff- Instituts der Universität Mozarteum Salzburg: Johanna von Bibra, Johanna Bernet, Stephanie Grutschnig, Andrea Kraft, Patricia Lohinger, Alina Reißmann, Sara Wilnauer
Sopran: Ania Vegry
Tenor: Manuel König
Bariton: Hinrich Horn

Catulli Carmina – der Herzschlag verbindet Tanz und Musik

Amor et cetera

Amor et cetera

Carl Orff Tanzperformance

Jenseits der bekannten Aufführungspraxis der "Carmina Burana“ von Carl Orff und inspiriert von prägnanten Kompositionsprinzipien wird in dieser Performance die Verbindung von Tanz und Musik auf besondere Weise erlebbar: Live musiziert!

Im zweiten Teil, den "Catulli Carmina", steht den Tänzerinnen der Salzburger KammerChor KlangsCala zur Seite. Klang und Rhythmus in Carl Orffs Komposition katapultieren uns in verschiedenste Gefühlssphären.

Mehr Informationen hier: carlorff-tanzperformance.jimdo.com

Ausstattung: Ragna Heiny
Mit: Performancegruppe "Das Collectif", Orff Institut Salzburg und Arthur Schopa, Kammerchor "KlangsCala“ Salzburg, Klavierquartett „Sannicandro & Friends“, Musiker und Sänger der Universität Mozarteum und des Musikums
Konzept, Künstlerische Gesamtleitung, Choreografie: Irina Pauls
Musikalische Leitung: Helmut Zeilner, Florian Müller
Spielstätte: Salzburg, Großes Studio, Universität Mozarteum, Mirabellplatz 1

Die Verbindung von Tanz und Musik auf besondere Weise erlebbar

Psappha

Psappha

Choreografie Irina Pauls / Tanz Alma Toaspern / Perkussion Denis Yakovlev

Zwischen 1987 und 1989 komponierte Iannis Xenakis die beiden Stücke für Solo-Perkussion „Psappha“ und „Rebonds“.

Der Titel „Psappha“ bezieht sich auf die Sappho, eine antike griechische Dichterin, auf deren Poesie sich die rhythmische Struktur des Stückes bezieht. Sappho lebte zwischen 630 und 612 v. Chr. auf der Insel Lesbos. Sie gilt als die wichtigste Lyrikerin des klassischen Altertums und inspirierte mit ihrer direkten, sehr persönlichen und emotional aufgeladenen Liebesdichtung zu einem tänzerisch-musikalischen Dialog. Die beiden Solisten interpretieren die Komposition von Xenakis auf ihre eigene Weise und führen uns durch ihren individuellen künstlerischen Ausdruck in eine zeitgenössische Transformation.

Premiere: 8. Juli 2017, Dießen

 

Individueller künstlerischer Ausdruck

Cage Day

Cage Day

Cage Day HMT / November 2017 – Text Irina Pauls

 

The strong influence of the collaboration between John Cage and Merce Cunningham in the field of contemporary dance concerning the relation of dance to time

The collaboration of John Cage and the choreographer Merce Cunningham is a milestone in the development of dance as an art form in it’s own and in my view it is even more: It has still a strong influence on the contemporary dance scene.

We are talking about the connection of dance and music, but the most important moment for the development of dance as an art form was especially the moment, when dance and music separated altogether from each other

In the early 1950 Merce Cunningham had formed his own company in collaboration with his partner, the avant-garde composer John Cage. They saw music and dance as entirely independent forms of art. Cunningham’s dancers would learn the choreography in silence, and only at the first performance would dance, music and set meet for the first time. Cunningham was ennerved by the demand to discover meaning in art; commenting on what a surtain dance was about, he answered: "It's about 40 minutes." The only constraint he tended to offer was the length of the piece.

Quote: "I think the separation of elements, of having dance, music and design created independently, when they do come together they can produce something which no one could predict. They can make something happen that hasn't happened before."

Cage’s new idea about the relation of music to time inspired the relation of dance to time! Cage wanted sounds to follow one another in a free, artless sequence, without harmonic glue. Works would be structured simply in terms of durations between events.

That means for the dancers that they are working constantly on the task to approach movement from an inner sensation.

Through this change of perception the dancers develop their inner rhythm, an inside groove, which is your natural rhythm and your personal experience of the timeframe.

What about the relation between movemnt to time nowadays in the professionell contemporary dance scene? It is underestimated!

I see so many choerographies with beautiful and interesting movements, but rarely in an appropriate duration.

Here comes the point of interest for me:
The desire of contemporary dance to establish itself as an art form in its own right, separate from the music (like the concept by Cage and Cunningham) has led to loosing the perception of duration while dancing and to let go the pulse as an organisation principle in the field of contemporary dance.

This in fact constitutes a strange narrowing of the expressive abilities of dance!

We have to develop a sensibility fo the inner rhythm of our movements: Make your dance hearable and visible – visible and hearable.

In my own dance performances I strictly try to work on this subject.

Dance, music and design created independently

Geste Leipzig

Gesten Gestalten

Spielräume zwischen Sichtbarkeit und Hörbarkeit. Interdisziplinäres Symposium an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy". 14.–16. Januar 2016.

Vortrag Irina Pauls

Die körpernahe Musik von Carl Orff im zeitgenössischen Tanz – inszeniert von Irina Pauls mit Studierenden des Carl Orff Institutes der Universität Mozarteunm Salzburg

Der Körper erfindet selbst seine eigene Phrasierung durch die ihm innewohnende Geste. Zeitgleich entsteht über das Rhythmische eine starke Beziehung zwischen Tanz und Musik in der Zusammenarbeit der Tänzerin Maja Lex mit dem Komponisten Carl Orff. Hier geht es um die „Regeneration der Musik von der Bewegung, vom Tanz her“. Wie wirken diese Entwicklungen auf die Freiheit und die Ausdruckskraft der Geste im choreografischen Werk?

Ich sehe mich selbst als Choreografin in der Richtung Tanztheater.

Ich stelle heute eine Arbeit vor, die ein Experimentierfeld für mich bedeutet. 
Es ist eine Arbeit mit Studierenden der Elementaren Musik- und Tanzpädagogik, also nicht mit Tänzern, und darin liegt für mich die Würze.

In Vorbereitung auf diese Tagung habe ich mich gleich hervorgetan und sagte, ich habe da eine Inszenierung in Arbeit, die will ich zeigen. Die zirkuliert um das Thema.

Das hätte ich sehr gern in einer Lecture Performance gezeigt, denn ich sehe mich selbst dabei als Teil einer Versuchsanordnung. Das ließ sich leider nicht realisieren.
Deshalb nun eine kurze Einführung in meine Beweggründe. Sie muss leider völlig an der Oberfläche bleiben. Ich möchte im Wesentliche Ausschnitte aus der Inszenierung mit den Studierenden zeigen, denn das Subjekt liegt unmittelbar in der Bewegung und der Musik.

Zur Begrifflichkeit der Geste für mich:

Jede bewusst erzeugte Bewegung des menschlichen Körpers ist für mich eine Geste. Jede Geste hat für mich einen expressiven Wert., und ist somit tief an die individuelle Körperlichkeit gebunden. Als Choreografin verstehe ich Tanz als eine Aneinanderreihung von Gesten in Raum und Zeit.

Meine Tanzausbildung begann ich an der Palucca Schule in Dresden. Mit zehn Jahren ging ich weg von zu Hause und lebte im Internat, denn ich wollte tanzen, mich selbst mit meinem Körper ausdrücken.

Die Aufnahmeprüfung war für mich sehr verheißungsvoll. Gret Palucca, die legendäre Ausdruckstänzerin, steckte uns Kinder mit ihrer Energie und Bewegungsfreude an und wir improvisierten, während sich die Pianistin, die uns begleitete, geradezu in die Tasten warf. Die vielen rhythmischen Übungen mit Klanggesten und Sprachklang beflügelten meinen Bewegungswillen.

Heute, nach so vielen Jahren meiner choreografischen Arbeit, finde ich zurück zu diesem Ursprung und suche nach der besonderen Verbindung von persönlichem Ausdruckswillen und Rhythmus.

Wie war der Weg?

Wir kennen aus der Tanzgeschichte die verzweigte Entwicklung, die von fortwährender Auseinandersetzung um die Beziehung von Musik und Tanz geprägt ist.

Ein Meilenstein legte die Ausdruckstänzerin Mary Wigman. Sie stellte ihr persönliches Mitteilungsbedürfnis in den Vordergrund ihres Tanzes. Der Kritiker Wolfgang Schumann schreibt dazu im Februar 1925 im Artikel „Die Geburt des Tanzes“ :

„Ein Symptom ihrer (Mary Wigmans) Kunst ist der Abbau der Musik. Jaques Dalcroze ließ Bachsche Inventionen Notenwert für Notenwert hopsen. Es war der Gipfel der Lächerlichkeit: Tanz als kindliche Musikillustration. Mary Wigman hat schon ohne jegliche Musik getanzt und wendet sich neuerdings immer zielsicherer der „Geräuschmusik“ zu, welche nicht anderes ist als eine „sinnleere“ Begleitung. Der Tanz erwacht zur Selbstständigkeit.“(1)

Der Sprung in die 1960ger Jahre nach New York macht die endgültige Loslösung des Tanzes von der Musik in der Zusammenarbeit des Komponisten John Cage mit dem Choreografen Merce Cunningham deutlich. 1969 sagt Cunningham: „Vielen Menschen fällt es schwer, zuzugeben, dass der Tanz abgesehen von der Zeit und den zeitlichen Einteilungen nichts mit der Musik zu tun hat.“ (2)

Welche Positionen haben sich im zeitgenössischen Tanz und für mich als Choreografin daraus ergeben?

Der Körper erfindet selbst seine eigene Phrasierung durch die ihm innewohnende Gestualität. Denn, die äußere Form einer Geste ist weit weniger wichtig, als die Möglichkeiten, die ein Körper aus seiner Tiefe hervorbringen kann und damit der Bewegung die Qualität verleiht.
Es geht um das innere Bewegungsverständnis des Einzelnen, die eigene Wahrnehmung, das In-sich Seins. Dabei lassen Gewicht und Fluss des Körpers in Zusammenhang mit der Muskelentspannung eine Sensibilität zu, die nicht durch äußere Vorgaben geblockt werden soll.

Nach vielen Jahren choreografischer Uraufführungen an deutschen Stadttheatern begann ich 2007 freischaffend zu arbeiten. Diesen Einschnitt nutze ich, um meine künstlerischen Positionen zu überdenken.

Was war nun mit dem Rhythmus, der mich als Kind so stark zu Bewegung angeregt hatte, mit dem Schlagwerk und der daraus entstehenden Dynamik und Energie, mit dem Puls, mit dem Beat, in den sich der Körper fallenlassen kann? Welche Kraft hat die so hoch angesehene individuelle Körpergeste innerhalb der festen Phrasierung?

Mein künstlerischer Weg führte mich an die Universität Mozarteum nach Salzburg, zur Performancegruppe des Carl Orff- Institutes, „ Das Collectif“. Die Gruppe hat sich 2007 gegründet und setzt sich aus Lehrenden und Studierenden zusammen. Sie suchten einen Choreografen, offen für die Synthese von Körper, Musik und Sprache.

Nun begegnete mir zum zweiten Mal der Komponist Carl Orff. Meine erste künstlerische Auseinandersetzung mit seinen „Carmina Burana“ am Theater Heidelberg 2002 hatte mich von äußerst starker Zurückhaltung seinem Werkes gegenüber zu großer Begeisterung dafür geführt.

In Vorbereitung auf die von mir verlangte Inszenierung stieß ich auf die Arbeitsweise der Güntherschule in Münschen in die 1920ger Jahren.

Über das Rhythmische entstand dort eine starke Beziehung zwischen Tanz und Musik. Carl Orff forderte die Tänzerin Maja Lex zu Tanz-Improvisation auf und lies sich von der Bewegung her musikalisch inspirieren. Maja Lex über Orff 1980 „ Seine Urmusikalität elektrisierte alle“ .

Also in der Zeit, in der Mary Wigman sehr bekannt war und in der Tanzszene überall nachgeahmt wurde profiliert sich ein gänzlich anderer, prägnanter rhythmischer Tanzstil.

In der Tanzkritik der Zeitschrift „Der Tanz“ heißt es 1930 von Joseph Lewitan dazu:

„Herrlich, wie frei auf dem Boden des neuen Tanzes alles Epigonenhafte vermieden wird, wie frei von Wigman und sonstigen Einflüssen ein positiver, lebensbejahender Elan in Tanz umgesetzt wird, wie eine rhythmische und technische Exaktheit mit eigenen Mitteln erreicht wird...“ Und Elisabeth Selden fasst es 1935 in „The Dancers Quest“ so zusammen: „ man became a pattern, the dance became music, music became plastic space.“

So angefüttert, begann ich in Salzburg mit der Arbeit , denn genau das war mein Thema:
Wie kann sich individuelle Körperlichkeit aus der eigenständigen Haltung des zeitgenössischen Tanzes heraus mit den starken rhythmischen und perkussiv-repetitiven Elementen der Komponisten Carl Orff verknüpfen? Entsteht für mich eine künstlerische Erweiterung, eine Vertiefung der körperlichen Geste?

Die Begeisterung an dieser Fragestellung hat bereits vier Jahre angehalten. Die Mitgleider des „Collectifs“ haben mit mir lange gemeinsam am Tanzstück „Veni, Veni, Venias“ gearbeitet, bis die Orffschen Phrasierungen wie eine Membran, wie ein umhüllendes und verbindendes Spannungsnetz dem Körperrhythmus immer mehr entgegenkamen.. Besonders inspirierend für mich: die Möglichkeit einer erweiterten musikalischen Arbeit mit den Studierenden der Elementaren Musik- und Tanzpädagogik.

Das Tanzstück „Veni, Veni, Venias“ ist inspiriert von prägnanten Kompositionsprinzipien aus den „Carmina Burana“ von Carl Orff. Einzelne Motive des Werks werden herausgelöst und in den Vordergrund gestellt. Sie werden auf das Elementare reduziert, wieder erweitert, und spielerisch bearbeitet.

(Das choreografische Konzept steht im Kontext zur Entstehungszeit der Liedtexte aus dem 11./12. Jahrhundert und zieht daraus Konstellationen und Tanzformen. Das „Rad der Fortuna“ bildet das übergreifende Thema: Werden und Vergehen, Aufstieg und Fall, das Auf und Ab des menschlichen Schicksals.)

Daraus werde ich Ihnen nun einige Beispiele zeigen.

Aufnahme aus Salzburg, Juli 2015, Großes Studio des Mozarteums, tanzen singen und spielen Studierende der EMP im Bachelor Jahrgang 2, 3 und 4.

Hervorheben der Kompositionsprinzipien, dabei:

  • Loslösung von Tonalität, Melodie
  • Arbeit mit der rhythmischen Struktur, dem Perkussiven, den Pattern
  • Reduktion auf das Elementare der Komposition
  • Carmina Burana drei Teile, Auswahl folgt der Reihenfolge der Orffschen Komposition

Beispiel:


  1. Nr. 2, Sprachrhythmus als Bewegungsimpuls und Beat als feste Tempovorgabe
    Fortune plango vulnera, weil unterbelichtet, für mich interessanter
    Anfang–4.30
  2. Impuls der Körpers, dann weiterlaufen lassen, Original-Melodie
    Korrespondenz zwischen Gesangs-und Bewegungstempo              
    09:10–12.30
  3. Nr. 7, Uf dem Anger, Spiel 3/4 zu 4/4
    Bewegungs-Impuls auf 1 = wieviel Zeit steht für den Körper zur Verfügung bis zur nächsten 1, welche Bewegungen löst das aus                                    
    18:00–20:10
  4. Nr. 14 In Taberna , ostinato
    Freien Fluss in der Gruppe im Raum in Kombination mit dem Pattern
    31:00–34:20
  5. Nr. 17 Liebeshof, Zitat (als Orffsches Komositionsprinzip)
    gebratene Schwan/ individuelle Geste zur Originalkomposition 
    Stetit puella                                                                                      
    48:00–52:00
  6. Nr. 24 Oh Fortuna
    Schluß als musikalische Reduktion                      
    1:00:30

  1. Wolfgang Schumann „Die Geburt des Tanzes“
    In: Kunstwart und Kulturwart, Jg. 38, H.5, Feb 1925, S 228 und 229
  2. Joseph Lewitan „Der Tanz“
    1930
  3. Elisabeth Selden „The dancers Quest“
    1935, essays on the Aesthetic of Contemporary Dance, Berkeley/Cal.
  4. Maja Lex „Die Entstehung des Elementaren Tanzes“
    1990

Als Choreografin verstehe ich Tanz als eine Aneinanderreihung von Gesten in Raum und Zeit.

Salzburg Lecture Performance

Salzburg Lecture Performance

Universität Salzburg: Re-Stagings of Don Juans / Theatrale (Re-)präsentationen in Tanz, Musik und Kunst der 1920er Jahre – Vorträge und Lecture Demonstrations, 16.–17. Mai 2014

Die theatrale Figur des Don Juan und deren Körperlichkeit im zeitgenössischen Tanztheater
von Irina Pauls – eine Herangehensweise

 Lecture Performance (mit Studierenden der Elementaren Musik- und Tanzpädagogik am Carl Orff Institut der Abteilung Musikpädagogik an der Universität Mozarteum Salzburg)

Die erste Einladung an mich nach Salzburg an das Carl Orff Institut der Universität Mozarteum 2009 führte zu einer kontinuierlichen produktiven Zusammenarbeit zwischen der dort angesiedelten Performancegruppe „Das Collectif“ und mir als Choreografin.

Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf einem zeitgenössischen Zugang zum umfassenden künstlerischen Schaffen von Carl Off, wobei die Synthese von Musik, Bewegung und Sprache die zentrale Rolle spielt. Dieses „crossover“ ist bei Carl Orff werkimmanent. Unsere künstlerischen Interpretationen suchen dabei nach einer Körperlichkeit im zeitgenössischen Sinne, nach der Verknüpfung von zeitgenössischem Tanz und der Musik von Carl Orff. In der Werkrezeption wird auf diese Weise das Unbekannte im Bekannten sichtbar.

Seit 2012 haben sich zusätzlich etwa 15 Studierende der Elementaren Musik- und Tanzpädagogik des Institutes mit dieser Arbeitsweise vertraut gemacht. In einem auf drei Jahre angelegten Entwicklungsprozess entstanden Szenen zu den „Carmina Burana“ von Carl Orff, die von prägnanten Kompositionsprinzipien Carl Orff‘s inspiriert waren, einzelne Motive des Werkes in den Vordergrund stellten und sie phantasievoll bearbeitet haben. Eine Erweiterung der künstlerischen Mittel ergibt sich aus der umfassenden musikalischen Bildung der Studierenden. Die starken rhythmischen und perkussiv-repetitiven Elemente in Orffs Werk können in Kenntnis der Werkzeuge des zeitgenössischen Tanzes ihren speziellen körperlichen Ausdruck finden.

Das kann eine Suche nach dem Körper in der Musik oder der Musik im Körper sein.

Dieser im Vorlauf langandauernde Verständigungsprozess während unserer künstlerischen Arbeit machte es möglich, in einer neunzigminütigen Lecture Performance meine Herangehensweise für eine Stückentwicklung im Bereich des zeitgenössichen Tanzes in Ansätzen zu zeigen.

In den Proben und meinen Unterrichten in Elementarer Komposition Tanz mit den Studierenden erweist sich die Form der Kommunikation als richtungsweisend für den gesamten künstlerischen Prozess. Unabhängig von der Kenntnis und persönlicher Verarbeitung bestimmter Fachtermini in Tanz, Theater und Musik geht es mir darum, für alle im Studio Arbeitenden eine Atmosphäre des „geschützten Raumes“ zu kreieren, in der

die individuelle Phantasie ihren freien Lauf nehmen kann. Nur aus dieser Sicherheit heraus, verbunden mit dem Vertrauen in meine Person ist es den Studierenden möglich, in einer Lecture Performance spontan auf meine Ideen zu reagieren, in sich selbst zu suchen und mit sich zu Ungewohntem zu finden.

Die Annahme, dass die teilnehmenden Studierenden hier die Rolle der Tänzerinnen meines Ensembles einnehmen, fordert mich als Choreografin in besonderem Maße.

Denn auch für mich ist die Formulierung einer Arbeitsaufgabe immer wieder ein Tasten, der Versuch über die Abstraktion der Sprache in den Körper jedes Einzelnen vorzudringen, assoziativ und dennoch sinnlich anzuregen, auf einem für mich neu abzuschreitendem Terrain:

Als Choreografin befinde ich mich zwischen Erläuterungen meiner künstlerischen Arbeitsansätze aus meiner künstlerischen Biografie heraus und dem direkten Anleiten der Darstellerinnen. Ich trete in die Rolle der Lehrerfigur.

Die Lecture Performance soll konkret Einblicke in den kreativen Prozess meiner choreografischen Annäherung an die Figur des Don Juan für eine gedachte Stückentwicklung im Bereich Zeitgenössischer Tanz/Tanztheater vermitteln.

Ich konzipiere für eine drei Seiten Sichtachse der Zuschauer im Studiobühnen-Charakter. Die konzeptionelle Einführung für die teilnehmenden Studierenden ist vorausgesetzt. ( Rezeptionsgeschichte der Figur des Don Juan im Theater und Tanz, die persönliche Sichtweise der Choreografin auf die Figur als Anlass für die gemeinsame Arbeit sowie die Einführung in das Format einer Lecture Performance).

Die Versuchsanordnung ist, mich im Moment mit meinem (Fach)- Vokabular den Studierenden zu vermitteln, um meine künstlerische Sicht auf die Figur des Don Juan in zwei verschiedenen Szenen sichtbar werden zu lassen, zu performen. Das Mischen von Wissen und Nichtwissen beginnt.

Grundlagen:

  • die Bewegungsstudien nach Rudolf von Laban und deren weiterführenden Konzepte
  • die ästhetischen Prinzipien des Tanztheaters
  • ein Pool an gemeinsamen Begrifflichkeiten und erste Erfahrungen in Bewegungskomposition und Improvisation der Studierenden

Meine konzeptionellen Überlegungen:

Inspiriert von Kierkegaard möchte ich die Figur des Don Juan durch eine schnelle Aneinanderreihung von Momenten der Begierde zeichnen: Rasend durch die Zeit, einnehmend und beanspruchend im Raum , spontan und impulsiv, einer Kontinuität und Kausalität entbunden. Alle anderen Figuren werden nur sichtbar durch die schöpferischen und zerstörerischen Kräfte des vom Eros Getriebenen.
In der Studiengruppe des 6. und 8. Semesters des Bachelorstudienganges am Carl Orff Institutes studieren keine Männer. Ich arbeite mit den Frauen im Alter von 19 bis 23 Jahren. Mich interessiert dabei die Abstraktion der Figur auf eine Körperlichkeit, die durch die individuelle Suche der Darstellerinnen in ihrer Körperbiografie deutlich wird.

Arbeitsweise:

Über spezifische Improvisations-Aufgaben finden die Tänzerinnen zu den für mich interessanten Bewegungsqualitäten für eine szenische Entwicklung. Gemäß der Theorie des Tanztheaters suche ich das spezielle Körperverständis herauszuarbeiten und den individuellen Zugang zur Aufgabe durch Beobachten und Beschreiben zu verstärken.
Die sich daraus ergebende Wechselbeziehung zwischen Darstellerin, der Gruppe und mir modifiziert die Ausgangsidee ständig. Dieser Prozess lässt sich jedoch in der Lecture Performance nur sehr marginal darstellen. Hierfür fehlt das Faktor zeitliche Tiefe.
Durch klare, schnelle Entscheidungen entsteht aber dennoch ein Ablauf, der wiederholbar gemacht wird.


Erste Aufgabe

A

  • Schritte vorwärts: groß, weit, energetisch stark, intensiv
  • Raum: gesamten Raum ausnutzen, die Zuschauer bilden keine Grenze, keine Kurven,
    klare Richtungswechsel
  • Focus auf: das eigene Körpergewicht, Kontakt zum Boden spüren, Körperzentrum fließt ständig, keine Pausen
  • Beziehung: Arbeit in der Gruppe- klar im eigenen Raumweg
  • Ausstattung: jede Tänzerin trägt ein Paar grobe schwere Stiefel bei sich (Knobelbecher)

    B


  • Fall down: zum Boden stürzen
  • Raum: direkt am selbst gewählten Platz
  • Focus auf: Gewicht aus dem Stand in den Boden fallen lassen- release
  • Beziehung: Arbeit in der Gruppe, selbst gewählter Ort im Raum
  • Ausstattung: Stiefel als reales Gewicht in den Fall einbeziehen

    Kombination von A und B

     

  • Phrasierung: selbst gewählt
  • Focus auf: Sound der fallenden Stiefel als Klangqualität einbeziehen, wachsam mit dem Wechsel von Fluss und Stop umgehen, Raum maximal ausnutzen

Zweite Aufgabe

A

  • kleine Sprünge: schnell, von beiden auf beide Beine, von beiden auf ein Bein, von einem auf beide Beine
  • Raum: innerhalb eines vorgestellten kleinen Rechtecks
  • Focus auf: Bewegungsphantasie, Wendigkeit, verschiedene Rhythmisierung, sinnvolles Zusammenwirken von „up and down“
  • Beziehung: Arbeit in der Gruppe, Konzentration auf sich selbst
  • Ausstattung: jede Tänzerin trägt ein Männerhemd mit sich
  • Musik: W. A. Mozart, Champagner- Arie aus „Don Giovanni“

B

  • Still stehen
  • Raum: am Platz
  • Focus auf: Blick konzentriert im Raum, Körper entspannt, die eigene Präsenz im Raum spüren
  • Beziehung: Arbeit in der Gruppe, den Raum wahrnehmen
  • Ausstattung: das Männerhemd überstreifen

Kombination A und B

  • Phrasierung: selbst gewählt
  • Focus auf: energetische Wechsel, Wechsel zwischen Innen- und Außensicht


    Das Erfinden ist stark beeinflusst vom Kontakt zu den Zuschauenden und dem, was daraus entsteht. Was davon reflektieren wir? Interessant ist, dass mit den Studierenden nichts vorbereitet ist und so eine weitgehende Authentizität entsteht. Auf diese Weise und durch meinen Willen zur Vermittlung haben die Zuschauer direkten Einblick in die Gedankenwelt und Arbeitsweise. Als Künstlerin beschäftige ich mich mit meinem eigenen Kunst-System. In der Reflektion über das eigene Tun zeigt sich die Rezeptions-Idee.

Die der dargestellten Probenarbeit folgenden Fragen der Zuschauer bezogen sich im Wesentlichen auf meine choreografische Arbeit und beleuchteten Details meiner Arbeitsweise. Das war für mich außerordentlich interessant, denn es war mein Anliegen und hat für mich als Ergebnis funktioniert, dass die Zuschauer an meiner Interpretation und künstlerischen Sicht auf die Figur des Don Juan viel stärker interessiert waren als an der pädagogischen Arbeit. Unerwartet war der besondere Umgang mit Mozarts Musik. Die eigene musikalische Phrasierung zwischen Bewegung und Stille der Tänzerinnen im Zusammenwirken mit der klar strukturierten und bekannten Arie förderte für die Zuschauenden die Wahrnehmung eines starken spontanen Eigenimpulses.

Für mich wurden in beiden Aufgaben als Ansatz folgende Qualitäten der Figur sichtbar:

Starke Energie, Entscheidungsfreude, Spontanität, Impulsivität durch plötzliche Tempiwechsel, Übersicht im Raum, physische Präsenz

Die Studierenden haben im Nachgespräch mit mir folgende Erfahrungen beschrieben:

"Die Nähe der Zusehenden war anfänglich sehr schwierig, diese wurde im Verlauf der Lecture Performance aber immer besser von ihnen angenommen. Das betraf den Umgang mit dem Raum ebenso wie die Freiheit zur Bewegungserfindung."

Ihr Energiehaushalt war nicht ausgeglichen. Am Anfang wurde mit viel zu hoher Energie gearbeitet. Schnell entstand ein Moment der physischen Erschöpfung, mit dem die Studierenden sehr unterschiedlich umgegangen sind.

Die Musik hat sehr stark unterstützt, daraus haben die Tänzerinnen Energie gezogen. Günstig war, dass diese Aufgabe an zweiter Stelle stand und sich dadurch ein „Hilfsmittel“, eine Einbettung ergeben hat, die den eigenen geschwächten physischen Zustand aufwiegen konnte. Die Musik war dem großen Teil der Studierenden unbekannt.

Die Handhabung sowohl der Stiefel als auch des Männerhemdes waren außerordentlich schwierig für die Darstellerinnen. Eine sinnvolle Integration dieser körpererweiternden Gegenstände in die Bewegungsabläufe hat ihre Konzentration am stärksten beansprucht.

Für sich selbst waren die Studierenden nach den sechzig Minuten gerade am Beginn. Vom spielerischen, freien Umgang mit der Aufgabe waren sie noch weit entfernt und hätten gern noch weiter mit dem Material probiert.

Das ich mich mit einer der gestellten Aufgaben innerhalb eines realen Probenprozesses wenigstens sechs Probentage beschäftigen würde, dieses sich aber innerhalb einer Lecture Performance nicht realisieren lässt, hat sich den Studierenden sehr gut erschlossen.

Spontan auf Ideen reagieren, in sich selbst suchen und mit sich zu Ungewohntem zu finden.

Inklusionsworkshop

Incoronata

Inklusionsworkshop – Musik / Raum / Bewegung bei den „Konzerten am Kanal“

Eine mehr als 500 Jahre alte Musik, die Klangwelt frankoflämischer Vokalpolyphonie, bildet den Ausgangspunkt für Szenen aus Musik und Bewegung jenseits steriler und puristischer Konzertdarbietung. Die besondere Ausdrucksform entsteht durch die Sängerinnen und Sänger von „Thonkunst“, einer Vokalgruppe, die aus den Behindertenwerkstätten des Berufsbildungswerkes am Thonberg hervorgeht und dem Ensemble „Capella St. Pauli“ zur Seite tritt. Das musikalische Programm schafft mit seinen Chansons aus dem 15. und 16. Jahrhundert bis hin zu einem anonymen Magnificat aus dem Annaberger Chorbuch, einer sächsischen Quelle um 1500, eine Ambivalenz zwischen schmerzlich unerfüllter Liebe und religiöser Verehrung. In der Inszenierung der Musik finden die Gefühls-und Erlebniswelten der Sänger_innen körperlichen Ausdruck und verbinden sich mit der Raumarchitektur der Philippuskirche.

Mit: Ensemble “Capella St. Pauli“ und „Thonkunst“ Vokalgruppe der Behindertenwekstätten des Berufsbildungswerkes

Aufführung am 12. September 2015, Phillipuskirche in Leipzig-Lindenau

Musikalische Leitung: Daniel Beilschmidt
Workshopleitung: Irina Pauls

Jenseits steriler und puristischer Konzertdarbietung.

ORFF® TanzLeipzig

ORFF® TanzLeipzig

3. Werkstatt von Choreografin Irina Pauls mit dem Percussionisten Peter Bauer
vom 29. November – 1. Dezember 2018 im LOFFT – Das Theater, Leipzig

Unterschiedliche Haltungen zur Beziehung von Tanz und Musik erzeugen eine beständige brisante Auseinandersetzung. Die Choreografin Irina Pauls widmet sich in ihren künstlerischen Arbeiten verstärkt diesem Thema und leitet zur weiteren Erforschung gemeinsam mit TänzerInnen und MusikerInnen eine Sommerwerkstatt in Leipzig, die von der Carl Orff-Stiftung gefördert wird.

Die Avantgarde des zeitgenössischen Tanzes sagte sich im 20. Jahrhundert los von der Phrasierung und Rhythmisierung, dem kontrollierbaren rhytmischen Ablauf, denn der Körper selbst erfinde seine Beziehung zur Zeit. Die Zeit ist jedoch wichtiger Bestandteil der Bewegung und verleiht ihr seine besondere Qualität. Carl Orff entwickelte hierzu sein Konzept "elementarer Musik" als Synthese von Musik, Sprache und Bewegung mit dem Ziel einer "Regeneration der Musik von der Bewegung, vom Tanz her".

Diesen Orffschen Gedanken lassen Irina Pauls und der Percussionist Peter Bauer in der Sommerwerkstatt wieder aufleben und gehen damit auf die Suche nach neuen Aspekten dieser Synthese. Aus der eigenständigen Haltung des zeitgenössischen Tanzes zur Musik heraus sollen die Orffschen Kompositionsprinzipien vom Tanz her "regeneriert" werden. Die starken rthythmischen und perkussiv-repetitiven Elemente in seinem Werk werden in Kenntnis der Werkzeuge des zeitgenössischen Tanzes, der veränderten Sicht auf den Körper und des Körpermaterials in choreografischen Arbeiten körperlich Ausdruck finden. Das kann eine Suche nach dem Körper in der Phrasierung oder der Phrasierung im Körper sein. Die Erforschung richtet sich auf das Empfinden der Bewegungsqualitäten, die Beziehungen innerhalb der Gruppe und die Intensität dieser Erfahrungen.

Nach erfolgreichem 2. Workshop 2017 laden wir erneut TänzerInnen zu einer inspirierenden Werkstatt ein, die die Verbindung von Perkussion und Bewegung aus der Perspektive des zeitgenössischen Tanzes heraus neu befragt. Aus dem entstehenden künstlerischen Prozess heraus sollen sich neue Sichtweisen auf die Interpretation der Werke Carl Orffs heraus bilden, die impulsgebend für die anstehende Neubetrachtung der Beziehung zwischen zeitgenössischem Tanz und Musik wirken.

Theresa Jacobs: orff-tanz-leipzig@gmx.de
Irina Pauls: info@irina-pauls.de
Peter Bauer: www.peter-a-bauer.com
LOFFT – Das Theater: www.lofft.de!
Carl Orff-Stiftung: www.orff.de

Regeneration der Musik von der Bewegung, vom Tanz her.

Third Workshop Nov 29.–Dec 01. 2018, with Irina Pauls, Choreographer, and Peter A. Bauer, Percussionist

We are inviting Dancers interested in combining Percussion and Movement to take part in an inspiring and enjoyable Summer-Workshop in Leipzig.

Refill your battery, exchange ideas and make new friends! The one week intensive course focuses on the special relationship of dance and music. Freed from the musical template we are searching for correspondence. It is the pulse which connects us and submerges us in unexpected sensations. 

During the workshop we are going to develop a sensibility for the inner rhythm while following the manifold abilities of our body. We will perceive dance and rhythm in response to gravity. Pulsation pervades our body relating with the percussive rhythmic sounds of live music like an antiphone. Vibration develops while making music with our body and with instruments. The work of the composer Carl Orff and his concept of „embodied music“ form the basis of our workshop. We experiment with musical phrasing thereby exploring a very particular flow of action and the dynamic dimensions of our dance. What an astonishing widening of movement qualities and their variety! 

Small sketches will be developed into scores extending our musical perception regarding space and partners. These tools shall inspire your artistic work in dance, choreography and teaching. The workshop aims at professional dancers and advanced students of dance.

Theresa Jacobs: orff-tanz-leipzig@gmx.de
Irina Pauls: info@irina-pauls.de
Peter Bauer: www.peter-a-bauer.com
LOFFT – Das Theater: www.lofft.de!
Carl Orff-Stiftung: www.orff.de

focused on the special relationship of dance and music

It’s Schiller!

It's Schiller!

Irina Pauls & amarcord, Leipzig/Valletta »It’s Schiller! – Die Maltheser. Tragödie.«
Tanztheater nach Dramenfragmenten von Friedrich Schiller

Muslime, Christen und Juden sind im Laufe der Geschichte brutal gegeneinander vorgegangen. Gleichzeitig haben sie anderswo friedlich zusammengelebt. Mitte des 16. Jahrhunderts expandierten die Osmanen nach Europa. Um militärisch dagegenhalten zu können, etablierte sich auf der Insel Malta der Orden vom Hospital des Heiligen Johannes zu Jerusalem unter der Bezeichnung Malteserorden. 1565 kam es zur »Großen Belagerung« der Insel Malta durch die Osmanische Flotte, die durch die christlichen Malteserritter geschlagen wurde.

Friedrich Schiller (1759–1805) befasste sich fast 20 Jahre lang bis zu seinem Tod mit der Grenzsituation der Ritter zwischen spiritueller Gemeinschaft, totaler Unterwerfung und Aufopferung für ein höheres Glaubensziel. Dennoch blieb die geplante Tragödie unvollendet.

Irina Pauls geht es um die Essenz der geistigen Welt von Friedrich Schiller. Dafür vereint sie fünf Tänzer mit dem Vokalensemble amarcord, das 1992 in Leipzig gegründet wurde und weltweit gastiert.

Die Uraufführung erfolgt anlässlich der Maltesischen EU‑Ratspräsidentschaft 2017 und Valletta 2018 – Europäische Kulturhauptstadt mit freundlicher Unterstützung durch Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Dresden, Kulturamt der Stadt Leipzig, Connex Steuer– und Wirtschaftsberatung, Halle / S., Bittner Sprachenservice, Leipzig, Deutsch‑Maltesische Gesellschaft, Köln, Tom Pauls Theater, Pirna, und Metering Service GmbH, Leipzig.

Konzeption / Choreografie: Irina Pauls
Text: Friedrich Schiller
Musik: Matthias Engelke
Bühnenbild / Kostüme: Alexander Wolf
Sänger Vokalensemble amarcord: Wolfram Lattke, Robert Pohlers (Tenor), Frank Ozimek (Bariton), Daniel Knauft, Holger Krause (Bass)
Tänzer: Ildikó Tóth, Georg Bergmann, Marc Borras Llopis, Rodolfo Piazza Pfitscher da Silva, Valenti Rocamora i Torà
Produktion: Irina Pauls
Koproduktion: Schaubühne Lindenfels
Produktionsleitung: Maria Koch
Assistenz: Johanna Rex

Zwischen spiritueller Gemeinschaft, totaler Unterwerfung und Aufopferung für ein höheres Glaubensziel.

Das Team

Irina Pauls: Konzeption & Choreografie, Künstlerische Leitung


Matthias EngelkeMusik & Live-Elektronik

Engelke ist in Stuttgart geboren und lebt in Frankfurt am Main. Er studierte Biologie und Chemie an der Universität Freiburg und absolvierte seine Dissertation an der Universität Heidelberg. Neben seiner umfassenden Klavierausbildung in Klassik und Jazz setzte er sich viele Jahre intensiv mit elektronischer Musik auseinander. Seit 2001 arbeitet er mit Irina Pauls zusammen in Produktionen am Stadttheater Heidelberg, Stadttheater Freiburg, Dublin (für die Compagnie CoisCéim), Theater Junge Generation Dresden sowie Leipziger Tanztheater. Engelke erhielt Kompositionsaufträge für mehrere Schauspiel-Musiken am Schauspiel Frankfurt, Staatstheater Dresden sowie am Badischen Staatstheater Karlsruhe.


Alexander Wolf : Bühnenbild

Alexander Wolf wurde 1963 geboren. Sein Bühnenbildstudium absolvierte er bei Volker Pfüller an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, danach war er Assistent bei Ruth Berghaus. Er entwarf Bühnenbilder u. a. für die Volksbühne Berlin, das Maxim Gorki Theater Berlin, das Deutsche Theater Berlin, das Schauspiel Leipzig, in Düsseldorf, am Theater Magdeburg, in Bremen, am Staatstheater Hannover, am Theater Neumarkt in Zürich, am Theater Freiburg, in Dresden, für die Salzburger Festspiele, am Théâtre National de Chaillot in Paris. Er arbeitet u.a. mit den Regisseuren Sebastian Baumgarten, Barbara Weber, Sascha Hawemann und Lukas Langhoff. Auch mit Tobias Wellemeyer verbindet ihn eine regelmäßige Zusammenarbeit, in Magdeburg u. a. für „Das letzte Feuer“ von Dea Loher, in Potsdam u. a. für die Uraufführungen „Krebsstation“ und „Kirschgarten – Die Rückkehr“.


Vokalensemble amarcord: Tanz & Gesang

Unverwechselbarer Klang, atemberaubende Homogenität, musi-kalische Stilsicherheit und eine gehörige Portion Charme und Witz sind die besonderen Markenzeichen von amarcord. Das äußerst facettenreiche und breitgefächerte Repertoire umfasst Gesänge des Mittelalters, Madrigale und Messen der Renaissance, Kompositionen und Werkzyklen der europäischen Romantik und des 20. Jahrhunderts sowie A-cappella-Arrangements weltweit gesammelter Volkslieder und bekannter Songs aus Soul und Jazz.

Das Vokalensemble ist Preisträger zahlreicher internationaler Wett-bewerbe. Im Jahr 2002 gewann das Ensemble den Deutschen Musikwettbewerb, nachdem es bereits zwei Jahre zuvor mit dem Stipendium und der Aufnahme in die Bundesauswahl Konzerte junger Künstler des Deutschen Musikrates ausgezeichnet worden war. 2004 wurden die Sänger als erstes Vokalensemble mit dem Ensemblepreis der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet. Neben dem Gewandhausorchester und dem Thomanerchor zählt amarcord zu den wichtigsten Repräsentanten der Musikstadt Leipzig im In- und Ausland. Regelmäßig gastiert die Gruppe bei den bedeutenden Musikfestivals. Zahlreiche Konzerttourneen führten die Sänger in über 50 Länder und auf nahezu alle Kontinente der Erde.

Das 1997 von amarcord ins Leben gerufene Internationale Festival für Vokalmusik „a cappella“ (www.a-cappella-festival.de) hat sich unter der künstlerischen Leitung der Gruppe zu einem der wichtigsten Festivals seiner Art entwickelt.

Homepage: www.amarcord.de


Georg BergmannLive-Musik & Tanz

Georg Bergmann, 1983 in Dachau geboren, wuchs in Dresden auf und lebt in Berlin. Studierte Mediengestaltung in Weimar. Seit 2007 ist er Bassist beim Freddie-Ommitzsch-Studio-Ensemble. Als freischaffender Musiker war er u.a. bei den Bands Marracash Orchestra, KUYA und Drè Imbicz tätig.


Marc Borras Llopis: Tanz

Marc Borràs wurde in Barcelona, Spanien geboren. Seine Ausbildung begann er 2007 bei der English National Ballet School London unter dem Tanzdirektor Michael Corder. 2011 wechselte Borràs nach Barcelona an die IT DANSA, um dort seine Ausbildung innerhalb von zwei Jahren zu beenden. Bis 2013 war er in zahlreichen Produktionen des IT DANSA zu sehen, darunter in Petruixka (Catherine Allard), Minus 16 (Ohad Naharin), Sechs Tänze (Jirí Kylián), Naked Thoughts (Rafael Bonachela) sowie Kamuyot (Ohad Naharin). 2013 führte ihn sein erstes Festengagement an das Staatstheater Mainz, wo er in Produktionen wie Etudes, Swanlake und Les Noces von Pascal Touzeau, The Fade von Douglas Lee und Minus 16 von Ohad Naharin tanzte. Marc Borràs bleibt dem Staatstheater Mainz erhalten und ist nun seit Beginn der Spielzeit 2014/15 Mitglied der neugegründeten tanzmainz Company.


Valenti Rocamora i Torà: Tanz

Valenti Rocamoro i Torà wurde 1975 in Lleida (Katalonien) geboren. Seine Ausbildung zum Tänzer erhielt er am Institut del Teatre in Barcelona. Seit 1998 tanzte er in verschiedenen Kompanien wie „Danat Dansa“ (Barcelona), „Sol Pico Cia“ (Barcelona) und „Mouvoir“ (Köln). Valentí Rocamora i Tora choreografierte außerdem Schauspiel- und Operninszenierungen u. a. am Schauspiel Köln für „Das Werk“ und „Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen“, am Burgtheater Wien für „Das Leben ein Traum“ (alles mit Karin Beier), an der Münchener Staatsoper Christopher Nels „Aida“, an der Oper Bonn „The Black Rider“ mit Matthias Kaschig. Er kreierte zudem eigene Stücke wie »Optalido/n« an der Volksbühne Berlin und an der Oper Bonn, „4734 Peanuts“ am Theater im Ballsaal Bonn in Zusammenarbeit mit Ziv Frenkel und „Meine Stille“ in Zusammenarbeit mit dem Videokünstler Axel Largo. Am Deutschen SchauSpielHaus Hamburg entwickelte Valenti Rocamora i Torà die Choreografien für Karin Beiers Inszenierungen „Die Rasenden“ und „Onkel Wanja“


Ildikó Tóth: Tanz

Ildikó Tóth ist Tänzerin, Lehrerin und Tanzmacherin in Leipzig. Nach Beendigung ihrer Tanzausbildung an der Codarts University Rotterdam erhielt sie ein DAAD-Stipendium für ein Postgraduiertenstudium in New York City. Seit 2005 arbeitete sie u. a. mit Bill Young / Colleen Thomas & Company, Susan Marshall & Company, Kota Yamazaki. 2012 kehrte sie nach Europa zurück und wurde Mitglied der Forsythe Company. Seit 2015 arbeitet sie als freischaffende Künstlerin und wirkte in Projekten von Thierry de Mey, Fabrice Mazliah / MAMAZA, Sebastian Matthias, Michael Maurissens und Darko Dragičevic mit. Ausgehend von ihren Erfahrungen mit der Release- und Klein-Mahler-Technik sowie Forsythe und Kontaktimprovisation lehrt sie regelmäßig u. a. am Tanzlabor 21 / Frankfurt, an der Raffinerie / Brüssel, am K3 / Hamburg und an der Ungarischen Ballettakademie Budapest.

Homepage: www.ildiko-toth.com/


Rodolfo Piazza Pfitscher da Silva: Tanz

Rodolfo wurde in São Paulo, Brasilien, geboren und zog 1996 nach Deutschland. Er erhielt seine Tanzausbildung in Berlin und Sizilien und arbeitet seit 2011 als freischaffender Tänzer an eigenen und freien Projekten mit Augenmerk auf Tanztheater.

Er sammelte Erfahrungen und arbeitete u.a mit Constanza Macras/Dorky Park, Compagnia Menhir, Tanzspeicher Würzburg, Tomer Zirkilevich, GAU und Staatsoper Berlin.


Eva Thielken: Tanz

Eva Thielken wurde 1988 in Erfurt geboren. Während ihrer Ausbildung zur Tanzpädagogin in Hamburg arbeitete sie u.a. mit den Choreographen Fiona Gordon, Johnny Lloyd und Nicole Krüger zusammen. Es folgte ein Studium im Bühnentanz an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Dort tanzte sie in Choreographien von Urs Dietrich, Leandro Kees, Felix Bürkle und Foteini Papadopoulou. Seit 2013 arbeitet sie als freischaffende Tänzerin sowie als Pädagogin und Choreographin am Leipziger Tanztheater.


Maria Koch: Produktionsleitung

Maria Koch studierte Theater- und Musikwissenschaft an der Universität Leipzig. Forschungsaufenthalte in Moskau und St. Petersburg. Von 2012 bis 2016 Projektmanagerin und Geschäftsführerin am Leipziger Figurentheaterzentrum Lindenfels Westflügel. Seit September 2016 Jury-Mitglied des Leipziger Bewegungskunstpreises. Seit Oktober 2016 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig. Lehrtätigkeit am Institut für Theaterwissenschaft in Leipzig und am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Wien.


Johanna Rex: Assistenz

Johanna Rex studiert seit 2015 Theaterwissenschaft an der Universität Leipzig.

2015 hospitierte sie der Regisseurin Johanna Schall bei der Inszenierung von "Faustus" an der bremer shakespeare company, sowie Anne Sophie Domenz am Geothe Theater Bremen für "3000 Euro".

Neben ihrem Studium absolvierte sie 2016 eine siebenmonatige berufsbegleitende Tanzausbildung am Leipziger Tanztheater (LTT). Außerdem schauspielerte sie in verschiedenen Leipziger Produktionen wie dem Studierendenprojekt "The Lost Experience" des Theater der jungen Welt (TdjW), der Performance "As I Lay Me Down" von Charlotte S. Garraway und "Colas, der Schauspieldirektor" von der Jungen Mitteldeutschen Kammeroper.

Muslims, Christians and Jews have fought each other brutally in the course of history.
At the same time, they have lived together peacefully elsewhere. In the middle of the 16th century, the Ottomans were expanding to Europe. In order to figth them militarily, the Order of the Hospital of Saint John of Jerusalem took its seat on Malta being called the Order of Malta. In 1565 the Ottoman fleet and troups besieged Malta; they were finally beaten by the Order of the Knights.

Friedrich Schiller (1759–1805) describes the Knights' critical situation as a spiritual community, total subjugation and sacrifice for a higher spiritual goal. Hi has been working
on this subject for almost 20 years until his death. However, the planned tragedy
remained unfinished.

Irina Pauls focuses on the essence of Friedrich Schiller’s spiritual world.

Concept / Choreography: Irina Pauls
Text: Friedrich Schiller
Music: Matthias Engelke
Scenery / Costumes: Alexander Wolf
Singer Vokalensemble amarcord: Wolfram Lattke, Robert Pohlers (Tenor), Frank Ozimek (Bariton), Daniel Knauft, Holger Krause (Bass)
Dancers: Ildikó Tóth, Georg Bergmann, Marc Borras Llopis, Rodolfo Piazza Pfitscher da Silva, Valenti Rocamora i Torà
Production: Irina Pauls
Coproduction: Schaubühne Lindenfels
Production Manager: Maria Koch
Assistance: Johanna Rex

a spiritual community, torn between total subjugation and sacrifice for a higher spiritual goal

Carmina Austriaca

Carmina Austriaca

Die älteste Musik Österreichs / Szenische Kantate

Neudeutsche Texte: Michael Korth
Arrangements / Komposition: Gerald Wirth
Choreografie: Irina Pauls

Der Musikhistoriker und Autor Michael Korth und der Sänger, Komponist und künstlerische Leiter der Wiener Sängerknaben, Gerald Wirth, haben ein einzigartiges Bühnenwerk geschaffen, das auf mittelhochdeutschen Texten und den Originalmelodien der mittelalterlichen Dichtersänger aus Österreich vom 12. bis zum 15. Jahrhundert basiert.

In die Kantate integriert sind weltberühmte Namen wie: der Kürenberger, (der älteste deutschsprachige Minnesänger), das Nibelungenlied, Walther von der Vogelweide, der "König" aller Minnesänger, Neidhart "von Reuenthal" der „Superstar des deutschen Mittelalters", die Vagantenliedersammlung Carmina Burana (Entstehungsort Kloster Seckau in der Steiermark oder Kloster Neustift), der Mönch von Salzburg (erster deutscher Komponist mehrstimmiger Musik und Kanons sowie Autor des bis heute gesungenen „Joseph, lieber Joseph mein“), sowie der "letzte Minnesänger" Oswald von Wolkenstein.

Das choreografische Konzept steht im Kontext zur Entstehungszeit der mittelalterlichen Liedtexte und zieht daraus Figuren, Konstellationen, Situationen und Tanzformen. Irina Pauls hat dafür neue Tänze geschaffen, denn die Kompositionen der Carmina Austriaca drängen zu Tanz und Bewegung! So wird in den Szenen besonders die Verbindung von Tanz und Musik erlebbar.
Klang und Rhythmus werfen die Tänzer in verschiedene Gefühlssphären, Überschwang höchster Lebensfreude zeigt sich in dynamischen raumgreifenden Bewegungen. Traditionelle Volkstänze werden spielerisch bearbeitet und in ein heutiges Gewand gekleidet, so dass „Der Wald jetzt erschallt mit Gewalt, vielgestalt…“ (Nummer 9). Die Klänge des reichhaltigen Schlaginstrumentariums finden im Rhythmus der Tanzenden Resonanz und erzeugen ein mitreißendes Pulsieren.

In der choreografischen Arbeit der Gruppe „Das Collectif“ geht es um Körper, die vom Rhythmus durchdrungen und ergriffen sind. 
Ein Wechselspiel von intensivem Ausloten der eigenen Körperlichkeit der Tänzer-innen einerseits und dem dynamischen kraftvollen Zusammenwirken von Körper, Klang und Rhythmus andererseits öffnet das weite Spektrum menschlicher Emotionen. 

Es tanzt „DasCollectif“ mit:

Johanna von Bibra, Magdalena Eidenhammer, René Friesacher, Rahel Imbach-Ferner, Elina Lautamäki, Susanne Rebholz, Esther Steinkogler, Sara Wilnauer, Viktoria Wirth

Wien / MuTh Konzertsaal der Wiener Sängerknaben: 02. Februar 2018
Wiederaufnahme: 01.02. 2019

Klang und Rhythmus werfen die Tänzer in verschiedene Gefühlssphären